Grüße aus Kirgistan

Lustiges, Sinnloses, labern eben.
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PietXT
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Registriert: Fr 25. Aug 2023, 12:26

Grüße aus Kirgistan

Beitrag von PietXT »

Moin Leude!

Kurzes Lebensupdate und nein, keine saufstories mehr :mrgreen:

Ich bin jetzt ca 10 Tage in Kirgistan und was soll ich sagen. Der Trip ist wirklich ein Traum. Klar ich habe Hochs und Tiefs und jetzt nach zwei Monaten ununterbrochen unterwegs sein, wünscht man sich auch manchmal den Alltag zurück und vermisst seine liebsten.

Aber so ist das nun Mal.

Ich starte mal bei der Erzählung mit Ende Türkei, da ich nicht mehr weiß wo ich letztes Mal war.
Ich musste ab Kapadokkien etwas tempo machen, da mein russisches Visum am 1. Juli anfing. Deswegen bin auch etwas durch Georgien gerast und nehme mir nochmal Zeit dafür auf dem Rückweg.
(Die Georgier sind mit Abstand die schlimmsten Autofahrer meiner Meinung nach)

In Russland angekommen, verbrachte ich erstmal 4 Stunden an der Grenze inklusive 2h Handy checken. Was im abgeschlossenem Verhörraum ,ohne Pass, ohne Handy, ganz schön unangenehm war... Aber alles kein Problem zum Glück.
Durch Russland bin ich dann schnell in 2.5 Tagen gefahren und wurde insgesamt 6 mal von der Polizei gestoppt, wobei von einem lockerem Handschlag und Glückwunsche, bis sehr ernste unentspannte Polizeibeamte alles dabei war.

Aber zum Glück hat alles funktioniert mit dem Papierkram und ich konnte weiter. Von anderen Reisenden habe ich von Bestechnungen & co gehört. Anscheinend hatte ich wirklich Glück.

In Kasachstan angekommen (die Grenze war wiederum sehr entspannt nur langsam) bekam ich den ersten RICHTIGEN Kulturschock.
Das weite Nichts fing an, Kamele liefen in Scharen umher und ich wurde sehr herzlich empfangen.
Ich muss sagen, dass die Kasachen, Türken und Bosnier sich in Sachen Gastfreundlichkeit den ersten Platz teilen. Wirklich tolle Leute!

Ich erfuhr in der Türkei, dass der nächstgelegenende Grenzübertritt zu Uzbekistan geschlossen ist und ich somit einmal quer durch Kasachstan musste. Das waren dann gute 4000km Steppe. Die ersten Tage waren noch sehr cool, aber dann wurde es doch schon sehr zäh, bei täglichen 45 Grad und Seitenwind.

Ich machte halt in Baikonur, da dort zufällig eine Rakete zur ISS startete. Dabei traf ich auch meinen Österreichischen Kumpel ,der mit seiner besagten DR500 unterwegs ist und einen netten Franzosen auf seiner V-Strom.

Zusammen mit vielen overlandern (bisschen skurril in der Mitte der Wüste um die 30 Fahrzeuge stehen zu haben) beobachteten wir den Raketenstart und hatten eine tolle Zeit.

Problem war allerdings, dass sich der Franzose bei einer Sandpiste (eine Abkürzung durch die Wüste) dermaßen gelegt hat, dass er nicht wirklich weiter fahren konnte.
Er war auch im Krankenhaus und zum Glück nichts schlimmes.

Durch 1000 Anrufe einer lieben Familie, hatten die zwei Jungs einen Deal ausgehandelt, dass sie mit dem Zug von Baikonur nach Almaty fahren würden.
Das war natürlich eine ziemliche Enttäuschung für mich, da ich jetzt endlich meinen Kumpel eingeholt hab (Joe.offcourse auf Instagram übrigens) und wir uns jetzt wieder verabschieden müssen.

Etwas angefressen von der Situation, beschloss ich mich den Jungs einfach anzuschließen und zu schauen was auf mich zukommt.

Die einzige information die sie hatten war: seit um 1 Uhr am Bhf, habt 30000 tenge in cash dabei und dort wird schon jemand sein der euch hilft.

Angekommen am Bhf versicherte man uns allerdings von ALLEN Seiten, dass wir niemals dort ein Motorrad unterkriegen ,da es ein reiner Personenzug ist...

Naja wir warteten also und als der Zug angerollt kam (übrigens auf einem ganz anderen Gleis) ,sprang schon die Tür des vordersten Frachtwaggons auf (einen hatten sie) und ein Mann schrie:
Davai davai!! 5 Minutes!!!

Also hieß es, die bikes über die Gleise zu rollen und mit ach und Krach, hoch in dem Güterwaggon einzuladen.
Das hat mit Hilfe der locals dann auch funktioniert ,aber war wirklich ein sehr stressiger Moment :mrgreen:

Danach saßen wir im erstaunlich bequemen Schlafzug mit eigenem Restaurant und entspannten uns 30 Stunden.
In almaty war das ausladen durchaus auch sketchy, aber bei weitem nicht so stressig wie das einladen.

In Almaty verbrachten wir dann gemeinsam 3 Tage und ja... Ließen uns auch Mal ordentlich vollaufen :mrgreen:

Almaty ist wirklich eine coole Stadt, mit durchaus interessanter Architektur und viel Brutalismus an den Gebäuden.

Nach unserem Städtetrip ging es weiter in den Chyrin Canyon, allerdings waren wir ziemlich erledigt von der Hitze und hatten eigentlich mehr Spaß am Wasser zu Zelten und eine entspannte Zeit zu haben, anstatt uns mit Tourimengen rumzuschlagen.

Danach ging es leider getrennte Wege. Der Franzose musste zurück nach Frankreich um an einer Longboard Weltmeisterschaft teilzunehmen und mein Österreicher kämpfte mit seinem Vergaser.

Ich war auch wieder froh alleine zu sein, auch wenn ich die Zeit jetzt schon vermisse.

Dann war es allerdings Zeit von Osten aus nach Kirgistan einzureisen.

Somit hatte sich meine komplette Pamirroute um 180 Grad gedreht und ich fuhr nun zuerst durch Kirgistan, dann Tadschikistan und zum Schluss Usbekistan ,bis es wieder mach Kasachstan geht.

Kirgistan hat mich mit offenen Armen empfangen ,da ich mich bei Einbruch der Dunkelheit dank Google Maps erstmal so dermaßen verfahren hatte ,dass ich meine Nacht bei einer lieben Jurtenfamilie verbrachte. Tolle Menschen auch hier!

Ich machte an den darauf folgenden Tagen eine Pause in Karakol und fuhr dann das erste Mal auf einen 4000er Pass.

Ein guter Test für den Pamir, denn ich war mir nicht ganz sicher, wie es mit dem Vergaser laufen wird.
Aber Überraschung: es war erstaunlich entspannt!

Ca alle 1000 Höhenmeter (ich bin auf ca 2000 gestartet) habe ich die LLGS eine halbe undrehung reingedreht, wenn sie angefangen hat sich zu verschlucken. Dadurch konnte ich relativ entspannt die matschigen Haarnadelkurven Hochgurken.
Der Leistungsverlust war tatsächlich auch weniger als gedacht und Kraft hatte sie immer noch!

Eine fantastische Aussicht, die erst der Anfang vom Kirgistan bedeuten sollte.

Jedes kleinste Detail und Passstraße würde jetzt den Rahmen sprengen, aber im großen und ganzen ist Kirgistan wohl das beeindruckendste Land von der Natur her.
Sehr wechselhaft, sowohl vom Untergrund als auch von der Bergkonstruktion (so nenne ich das jetzt mal)

Hohe plateos wechselten sich mit schroffen bergen und imposanten Schluchten ab.
Eher anspruchsvoll zu fahren, da auch viel Sand hier und da ist, aber generell nie ein Problem für die XT. Einmal bin ich nur im Matsch gelandet weil ich nicht aufgepasst habe :mrgreen:

Jetzt bin ich in osh und mache mal ne ganze Woche Pause, da es doch anspruchsvoller für Körper und Geist war als gedacht.

Ich sende euch sonnige Grüße vom Zorro Moto wo ich mal einen kompletten rundum Service gemacht habe , inklusive bremsen. (Sie verleihen auch XTs und DRs!, falls jemand nicht bis hierher fahren will!)

Achso eine kleine Geschichte gibt es noch.
Ich bin auf einem 3000er Pass runter gefahren, als plötzlich Meine Vorderbremse schlagartig den Geist aufgab. Sehr gruselig, da meine Hinterbremse auch absolut servicebedürftig war!

Ich Idiot ,habe so viel Zeit und Mühe in die Vorbereitung gesteckt, aber habe natürlich vergessen meine Bremsflüssigkeit zu checken...
Zum Glück hatte ich in Kasachstan vorsorglich eine gute dot 4 gekauft, da es einen super liqui Moly Shop gab.
Beim öffnen des Behälters war ich schockiert.. nix drin!

Einfach nur blöde von mir, aber es ist ja zum Glück nichts passiert.
Jetzt wurde alles neu entlüftet und Beläge getauscht und aufgefüllt!

Also bin ich ready für den Pamir!
Im Anschluss gibt es noch ein paar Bilder, insofern sie nicht zu große Dateien sind!

Liebe Grüße!!
Dateianhänge
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Straßenschrauber
Beiträge: 1256
Registriert: So 29. Mär 2020, 21:38

Re: Grüße aus Kirgistan

Beitrag von Straßenschrauber »

Spannende Sache!
Danke für 's Mitnehmen und die Fotos.
Weiter viel Spaß!
~-o|-

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Vicinity
Beiträge: 49
Registriert: Mi 1. Apr 2026, 17:00

Re: Grüße aus Kirgistan

Beitrag von Vicinity »

Toller Reisebericht!
Da bekommt man gleich Lust, selbst loszufahren.

Weiterhin eine gute und vor allem unfallfreie Reise!
XT 600Z 3AJ BJ.88

IronChris
Beiträge: 322
Registriert: Sa 16. Okt 2021, 14:58

Re: Grüße aus Kirgistan

Beitrag von IronChris »

Lass es dir richtig gut gehen da drüben :mrgreen:
Anfang des 21. Jahrhunderts las ich viel und versuchte jede freie Minute Motorrad zu fahren...

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Lindi
Beiträge: 851
Registriert: Do 7. Nov 2019, 19:56
Wohnort: Kaufunger Wald

Re: Grüße aus Kirgistan

Beitrag von Lindi »

Straßenschrauber hat geschrieben:
Fr 31. Jul 2026, 08:39
Spannende Sache!
Danke für 's Mitnehmen und die Fotos.
Weiter viel Spaß!
+1
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Viele Gryße

Dirk

XT500Z Ténéré 1988 (3DT)
SR 500 1979 (2J4)
SR 500 Gespann 1987 m. Squire - SW (48T/ST1)

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