Aufbau und Test der Drehstrom Lichtmaschine

Elektrische Werte, Spulenwiderstände, LiMa prüfen und was so dazu gehört
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Henner
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Aufbau und Test der Drehstrom Lichtmaschine

Beitrag von Henner » Sa 9. Okt 2010, 03:07

Da die Widerstandsmessung bei den LiMa-Wicklungen mit unseren Meßgeräten und der doch sehr niedrigen Messspannung meist nur bescheiden zu bewerten ist, hat ein kluger Kopf noch einen anderen guten Weg beschrieben.

Zwischen die 3 weissen Leitungen (von der LiMa kommend) werden jeweils Glühbirnen gesteckt. Das ganze geht mit starrer an die Birnen angelöteter Leitung ganz gut, dann kann man die direkt an Stelle des Reglers einstecken. Die Birnen sollten am besten 24V und viel Watt haben, zum testen tuns aber auch 12V 55W Birnen. Brennen halt schneller durch.
Nun wird der Motor gestartet, und alle 3 Birnen sollten annähernd gleichhell leuchten. Dann kann man eigentlich davon ausgehen, daß die LiMa in Ordnung ist.

Bild 1: So wird das angeschlossen:

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Bild 1a: Detailbild:

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Bild 2: Immer schön Lächeln dabei:

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Bild 3: Alle 3 Birnen so hell, daß die Cam sie nicht auseinander halten kann:

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Fazit: LiMa in Ordnung !

Soweit in Ordnung, daß eine der 12V-Birnen dann gleich mit nem PUFF sich verabschiedet hatte :-)

Von daher sollte man, wenn vorhanden, Doppelglühfadenbirnen nehmen. ALso kombinierte Fernlicht / Abblendlichtbirnen. Diese werden dann in Reihe geschaltet, also die beiden Fäden in Reihe, der Rest dann wie hier in der Abbildung zu sehen:

Bild

Wichtig ist auch, ERST die Lampen anschliessen, danach Motor starten !

Wenn dann alle Lampen gleich hell leuchten, ist die LiMa zumindest Bordspannungsaufbauend OK.

Eine weitere Methode Lampen zu sparen, man nehme für den Test Lampen, bei denen der zweite Faden (Abblendlicht / Fernlicht) schon durch ist. Im Mopped / Auto kann man die eh nicht mehr verwenden.
Grüße, Henner

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Witschman
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RE: Test der Drehstrom Lichtmaschine

Beitrag von Witschman » Sa 9. Okt 2010, 19:24

Ganz wichtig ist, dass nach dem Test mit den drei Glühlampen noch der Masseschluß Test folgt!Das heißt, ihr klemmt alles wieder ab und testet bei laufendem Motor, ob zwischen Masse und den weißen Kabeln Spannung liegt.Ganz einfach eine von den 55W Lampen nehmen und mit dem einem Ende an einen Massepunkt, am besten am Motor, sprich blanke Schraube und das andere Ende der Lampe an den 3 weißen Kabeln durchprobieren.
Die Lampe darf nicht Leuchten auch nicht glimmen, denn dann ist die Lima ebenfalls Kaputt mit Masseschluß!

Zur Info,es handelt sich um eine 3 Phasen Drehstrom Lichtmaschine mit einem NICHT auf Masse gelegtem Sternpunkt!

Bei der Wechselstrom Lima ist die Messung identisch nur das es nur 2 weiße Kabel gibt!

MFg
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motorang
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Re: Test der Drehstrom Lichtmaschine

Beitrag von motorang » Mi 12. Feb 2020, 18:23

Ergänzung zu oben: man kann H4-Birnen auch so anschließen, dass in jeder Birne der Abblendlichtfaden und der Fernlichtfaden hintereinander bestromt werden, dann hält die Birne mehr aus, nämlich etwa 24V/55W.
Der Anschluss wäre dann so:
H4-Limatest_24V_small.jpg


Grundlegender Aufbau einer Yamaha Drehstromlichtmaschine mit Permanentmagneten

Auf der Statorplatte befinden sich drei Wicklungsstränge für die Batterie. Diese haben die gleichen elektrischen Werte (Widerstand, Wicklungszahl, Drahtstärke, Wicklungslänge, Wicklungsrichtung ...) und sind möglichst gleichmäßig angordnet, das heißt auf mehrere miteinander verbundene Spulen auf mehreren Ankern verteilt. Hier sind es 18 Spulen die alle Ladewicklungen tragen (die hier verwendete TCI-Zündung hat keine Zündungsspulen auf dem Stator), also 3 Wicklungsstränge zu je 6 miteinander verbundenen Einzelwicklungen:

Bild

Das hier gezeigte Schema stammt von der Yamaha SR500 und ist dahingehend vereinfacht, dass die Wicklungsstränge jeweils zu einem einzigen Spulensymbol zusammengefasst werden:
SR500_Ladestromkreis.png
In Wirklichkeit schaut das so aus:
SR500_Lima.png
Die drei Spulen sind miteinander verbunden, haben aber keinerlei Verbindung zur Masse.
Es führen lediglich 3 Kabel von den Spulenenden zum Regler, die anderen Enden sind miteinander verbunden.

Joachim hat das auf seiner Seite wildstar-fan.de anhand der Neuwicklung einer elektrisch sehr ähnlichen Lichmaschine dargestellt.

Ich leihe mir hier mit seinem Einverständnis (danke!) zur Erklärung ein paar Bilder aus.

So funktioniert EINE Ladewicklung (= ein durchgehender Draht), wenn man die Spulen vom Stator abwickelt, also nebeneinander aufzeichnet:
wildstar-fan_bild00.jpg
wildstar-fan_bild00.jpg (19.42 KiB) 79 mal betrachtet

Work in progress, 4 Spulen sind geschafft, zwei weitere zu wickeln, dann ist eine der drei Wicklungsstränge fertig:
wildstar-fan_bild15.jpg
wildstar-fan_bild15.jpg (23.77 KiB) 79 mal betrachtet
Ein Ende von diesem Wicklungsstrang wird dann als Kabel rausgeführt zum Regler/Gleichrichter, das andere Ende mit den Enden der zwei anderen Wicklungsstränge verbunden.

Dementsprechend misst man bei einer Widerstandsprüfung zwischen zwei Leitungen den addierten Widerstand von zwei Ladewicklungen über den gemeinsamen (nicht auf Masse liegenden) Sternpunkt.

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