Allgemeine Kaufberatung 3AJ

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Falafelpapst
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Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von Falafelpapst » Mo 16. Okt 2017, 08:21

Hallo zusammen,

erst einmal vielen Dank für die Aufnahme in diesem Forum, dies ist mein erster Beitrag.
Da ich mich, nachdem ich mich im Netz über einen Nachfolger für meine kürzlich von mir gegangene XT250 informiert habe, in die Tenere 3AJ verliebt habe, scheint es so als hätte die Suche jetzt bald ein Ende. Lange zeit nix preislich passendes gefunden, aber jetzt gibt´s gleich 2 Maschinen in meiner Umgebung die preislich passen würden: Eine für €1800 Festpreis und eine für €1600 VB.

Worauf muss ich erstmal ganz Allgemein achten? Hat die 3AJ klassische Krankheiten bzw. Komponenten, die ich vor einem Kauf ganz genau unter die Lupe nehmen muss? Die für 1800 hat 46.000 KM gelaufen und den Fotos nach nen kleinen Spalt zwischen Frontverkleidung und Tank auf der Linken Seite, Seitengepäckträger und sieht top aus, die für 1600VB hat 65000 KM gelaufen, eventuell nicht ganz so schöne Reifen (nicht genau zu erkennen) und vorderer Kotflügel rot.

Beide Maschinen und Verkäufer machen auf mich einen guten Eindruck, einzig die höhere Kilometerzahl und der rote Kotflügel machen mich etwas nachdenklich...oder meint ihr das ist ist zu vernachlässigen?

Freue mich über Tips und Anregungen :)
XT600Z Ténéré 3AJ 1991 Weiß

Hiha
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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von Hiha » Mo 16. Okt 2017, 09:33

Hei auch,
ich hatte eine '88er 3AJ, gekauft als Bastelleiche, und kenn mich deshalb recht gut damit aus. Wenn möglich, nimm eine mit Bj.'89, die hat einen größeren Ölkühler und einen geänderten Primärtrieb, damit die Gangräder nicht so schnell verschleißen. Die Schwachpunkte sind tatsächlich die Gangräder, von denen einige nur noch mit Mühe gebraucht lieferbar sind, neu garnicht mehr. Und natürlich der Vorbesitzer und sein Pflegetrieb. Sonst fällt mir nicht viel ein. Teneres sind recht schwer, und haben den Schwerpunkt dazu noch recht weit oben. Ich fand sie fürs Gelände deshalb kwasy untauglich, zumal man damals auf der 3AJ ausschließlich den "Metzeler Enduro 3 Sahara" fahren durfte. :evil: Einer der schlechtesten Reifen überhaupt. Diese Reifenbindung ist mittlerweile gottlob Geschichte.
Die Scheinwerferaufhängung in der Festverkleidung ist heutzutage meist ausgenackelt. Das war sogar damals, in den späten 90er Jahren, schon bei meiner klapprig.
Vorteil der XT600-Typen ist der Motoritz, ein Kenner, Reparateur und Teilehändler. Ohne den würd eine 600er heut nur noch wenig Spaß machen.
Radlager hinten gehen gern kaputt, weils reinregnet. Die Lagerung der Schwingen-Umlenkung hat im Neuzustand schon immer Spiel, da kann man aber den Preis drücken, wenn der Verkäufer das nicht weiß. (über den Seitenständer das Hinterrad lupfen, auf-ab-Bewegung prüfen)
Gruß
Hans

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christian78
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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von christian78 » Mo 16. Okt 2017, 11:24

Sehe ich genauso. Der 5. Gang ist bei >60000 sicher nicht mehr so toll - das kannste abwarten.
Wenn also im 5. irgendwelche Geräusche da sind, die im 4. nicht da sind... :mrgreen:
Das ist so ein singendes Geräusch, ähnlich wie Reifen - nur dass das nur beim Gasgeben da ist und beo Motorbremse weg ist.
Brauchste aber nicht glauben, dass das nur ein XT Typisches problem ist. So ein Enduroeintopf wenn mal 50000km hat, ist das Getriebe eben fertig.
Ja, es mag welche geben, die 80000 mit ungeöffnetem Motor gefahren sind - darauf würde ich mich nicht verlassen (eigene Erfahrung)
Hab letztes Jahr noch neue Gangräder bekommen, allerdings für ne 89er 2kf - zumindest den 5. :?:


89 Baujahr hat Vorteile, grauer Motor => veinverzahnte Getriebeausgangswelle.
Dann hast du schon mal das Problem mit eingelaufener Ritzelwelle nicht.
(Das ist ja auch ein Großes Problem zum beispiel bei Honda Afrika Twin)
Die feinverzahnte hat eine große Mutter am Ritzel glaub 32.
Die grobverzahnte hat ein Halteblech davor und zwei M6 Schrauben, das sichert nur => das Ritzel kann arbeiten und gräbt sich langsam aber sicher in die verzahnung der Welle. Um das zu prüfen müsste man das Ritzel beim Kauf abnehmen - was aber machbar ist ohne Kette öffnen. Oder das Ritzel zumindest ein Stück nach aussen schieben.



Wichtig beim kauf ist immer: Kaltstart machen. Wichtig ist, dass der Motor wirklich kalt ist, weil man manche Geräusche nur so hören kann. Da sind in Youtube Videos drin mit Geräuschen.
man kanns dann eingrenzen, wenn die geräusche warm weggehen oder nicht.
Meistens sind das Geräusche aufgrund zu hohen Kolbenspiels "Kolbenkipper", der nur kalt zu hören ist.

Und Speichen hinten kontrollieren, manchmal reissen welche ab und der Tausch ner einzelnen Speiche endet oft in ner Havarie, weil die anderen festgerostet sind.
Bei mir sind öfters welche gerissen, weil die Spannung zu gering war - die reissen dann innen am kopf an.

Ja, der große Vorteil bei der XT ist die Fangemeinde und Motoritz => wenns mal klemmt, hilft er dir weiter.
LG
Christian
Ich wohn zwar nicht am Arsch der Welt, aber man kann ihn von hier aus hervorragend sehen!

Hiha
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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von Hiha » Mo 16. Okt 2017, 13:24

christian78 hat geschrieben: Brauchste aber nicht glauben, dass das nur ein XT Typisches problem ist. So ein Enduroeintopf wenn mal 50000km hat, ist das Getriebe eben fertig.
Ich hatte mal eine DR600, die ja normalerweise genauso am Pittingproblem krankt. Die Vorbesitzerin kannte ich, die ist praktisch ausschließlich damit in die Arbeit gefahren, und zwar auf der Autobahn, da durfte er immer sauber drehen. Der Motor hat mit mehr als 100.000 sein erstes Übermaß bekommen, das Getriebe war bei 120.000 noch einwandfrei. Ich würde daher behaupten, das Zeug geht beim niedertourigen Bummeln kaputt.
89 Baujahr hat Vorteile, grauer Motor => veinverzahnte Getriebeausgangswelle.
Meine '88er hatte auch schon die feinverzahnte Welle mit der großen Mutter, aber noch die alte Primärübersetzung. Die 3AJ haben das offenbar alle schon. Soweit ich mich erinnere, auch die 1VJ, denn da hatte ich mal einen Motor aufm Tisch.
Und Speichen hinten kontrollieren, manchmal reissen welche ab und der Tausch ner einzelnen Speiche endet oft in ner Havarie, weil die anderen festgerostet sind.
Ein Satz Speichen kostet ca. Eur80.-, einspeichen ist nicht soo schwer, und geht recht schnell. Also keine Panik, aber zum Preisverhandeln eignet sichs auch :-)

Hans

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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von Henner » Mo 16. Okt 2017, 14:06

Grüße, Henner

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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von displex » Mo 16. Okt 2017, 15:43

Wenn schon 3AJ dann letzte Version mit silbernem Motor.

2 Stehbolzen am Steuerkettenschacht, andere Getriebeübersetzung (5.Gang Problem)
Öldüse am Getriebe 5.Gang, noch was ??
Gruß Thomas

Eintopf rockt!!
Hab ne handvoll davon
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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von christian78 » Mo 16. Okt 2017, 20:07

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noch was ??
Ja, feinverzahnt :mrgreen:

3aj Ölpumpe ist glaub ich auch größer, größere Fördermenge, bessere Kühlung.
Das dürfte von der Modellpflege her die wohl beste Tenere sein.
das Zeug geht beim niedertourigen Bummeln kaputt.
Exact, niedrige Drehzahl und hohes Dremoment.
Besonderheit:
Bei den meisten Möpps dieser Bauart ist das treibende Gangrad des 5. größer als das getriebene. Was verschleißtechnisch sicher kein Vorteil ist.
Und dann ist es noch, dass die Gangräder im geschalteten Zustand oft keine 100 Prozeht Deckung haben, Fertigungstoleranzen.


LG
Christian
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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von displex » Di 17. Okt 2017, 06:28

christian78 hat geschrieben:

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noch was ??
Ja, feinverzahnt :mrgreen:

Christian
Hat schon meine 1VJ mit schwarzem Motor :ugeek:
Gruß Thomas

Eintopf rockt!!
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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von Hiha » Di 17. Okt 2017, 10:51

Genau. Hab ich mich doch nicht getäuscht. Aber den "guten" Primärtrieb hatte erst das '89er Baujahr.

Hans

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Falafelpapst
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Re: Allgemeine Kaufberatung 3AJ

Beitrag von Falafelpapst » Di 17. Okt 2017, 11:46

Ich danke euch für die vielen Vorschläge und Anregungen!

Jetzt kann ja nix mehr schiefgehen :)
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