Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Hier stehen Anfragen von uns um die geplante FAQ (oft gestelle Fragen) mit euch abzugleichen und euer Wissen mit einfliessen zu lassen
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Henner
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RE: Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Beitrag von Henner »

Ohne Werkzeug gehts auch. Die KW über Nacht (besser 2 Nächte) ins Gefrierfach, die linke Gehäuse-Hälfte langsam auf nem E-Herd oder Gaskocher auf geschätzte 90-100° Celsius bringen (Spucke verdampft sofort).
Dann fällt das Lager auch auch ohne irgendeine Gewaltanwendung oder Zug direkt wieder ins Motor-Gehäuse rein.
Grüße, Henner

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Radagast
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Beitrag von Radagast »

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Steffen
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Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Beitrag von Steffen »

Kurbelwelle nebst Lager in linkes Motorgehäuse einziehen, normalerweise gibts dafür ein Spezialwerkzeug von Yamaha

So gehts auch: einfach die Platte (Abmessungen siehe Bild) zum Abstützen am Gehäuse nehmen und die Schraube des Polrads zum Einziehen benutzen.
Schaden am Gehäuse: Null, da grosse Aufliegefläche; Kosten: geschätzte zehn Euro. Aufwand zum Einziehen: 5 Minuten
Aluplatte Abmessungen: 80 x 250 x 25
Ausfräsung ca. 30x30mm

meine Platte hat nur ne Stärke von 20, daher das Zusatzmatrial






Steffen
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baumafan
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RE: Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Beitrag von baumafan »

moinsen

richtig! mit heiß und kalt und fertig. einziehen würde ich da nix, man überträgt dabei immer die kräfte über das lager!
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sargent
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RE: Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Beitrag von sargent »

jepp, das haben unserer Suhler Schrauber (Simson) auch schon so gemacht.

Wird in "Lehrvideo" sogar mit einer Campingsinglekochplatte vorgeführt.

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Steffen
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RE: Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Beitrag von Steffen »

Deswegen gibt es ja auch das Yamaha-Spezialwerkzeug, dass das Lager einzieht. Das Problem ist, dass das Lager bereits auf der Kurbelwelle steckt, wenn es montiert wird und daher nicht über den Aussenring eingesetzt werden kann. Bei gleichmässigem Zug und der Lagerdimension nimmt das Lager wegen der Belastung am Innenring keinen Schaden.

Wenn sich das Lager jedoch montieren lässt, indem die Lagerschale erwärmt und ggf. das Lager gekühl wird, stimmt etwas mit der Schale im Kurbelgehäuse nicht, da diese aus Stahl und eingepresst ist. Dann hat sich vermutlich das Lager bereits im Betrieb in der Schale gelöst und der Sitz in der Schale ist nicht mehr gegeben. Auch wenn die Schale bei der Demontage aus dem Gehäuse fällt, ist das nicht in Ordnung. Die Schale sollte unbeweglich im Gehäuse verpresst sein.

Steffen

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Henner
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RE: Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Beitrag von Henner »

>Wenn sich das Lager jedoch montieren lässt, indem die
>Lagerschale erwärmt und ggf. das Lager gekühl wird, stimmt
>etwas mit der Schale im Kurbelgehäuse nicht, da diese aus
>Stahl und eingepresst ist. Dann hat sich vermutlich das Lager
>bereits im Betrieb in der Schale gelöst und der Sitz in der
>Schale ist nicht mehr gegeben. Auch wenn die Schale bei der
>Demontage aus dem Gehäuse fällt, ist das nicht in Ordnung. Die
>Schale sollte unbeweglich im Gehäuse verpresst sein.

Sorry, aber das ist grober Unfug. Natürlich läßt sich das Lager bei erhitzer Gehäusehälfte und gekühltem Lager problemmlos einsetzen. Und nach abkühlen bzw erwärmen sitzt dieses Lager dann Bombenfest.
Grüße, Henner

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Straßenschrauber
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Re: Steffens Kurbelwellen-Einzieher

Beitrag von Straßenschrauber »

Beim Einsetzen der gekühlten Kurbelwelle (mit montiertem Ritzel und Lager) in die 100 Grad warme linke Gehäusehälfte hatte ich Probleme, wahrscheinlich verkantet.
Ich hab dann Ritzel und Lager von der Welle abgezogen und das gekühlte Lager einzeln ins erwärmte Gehäuse gesetzt.
Dann gleich die gekühlte Kurbelwelle ins Lager.

Aufpressen des erwärmten Ritzels ist in diesem Zustand möglich, über aufgelegte Druckstücke (alte Lager) und die vollständig tragend aufgeschraubte Polradmutter.
Den Abstand zwischen Ritzel und Lager konnte ich mit der Fühlerblattlehre messen, da kommt man gerade so noch hin.
Schlagschrauber auf der Polradmutter war nötig, zum Schluß mußte ich aufpassen, das Ritzel nicht zu weit aufzupressen.

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