XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Motor - zieht nicht mehr, ruckelt, springt nicht an, geht gleich wieder aus, hat nicht mehr die volle Leistung usw.Tipp !! >> Troubleshooting/unerklärliche Phänomene auf http://www.xt600.de
revace
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XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von revace » Fr 22. Feb 2019, 16:41

Hallo zusammen,

Meine 43f springt nicht mehr an und ich bin leider recht planlos wo ich am besten weitersuchen soll...
Ich erzähl einfach mal die ganze Geschichte und hoffe, dass dabei jemand mit mehr Ahnung die, im wahrsten Sinne des Wortes, zündende Idee bekommt :)

Also die gute war zuletzt immer schwerer angesprungen, vor allem im lauwarmen Zustand. Irgendwann war es so schlimm, dass man sich kaum trauen konnte sie unterwegs irgendwo auszumachen, denn sie ging weder kalt noch warm oder heiß wirklich gut an. WENN sie lief, dann lief sie aber gut, mit voller Leistung. Dann eines Tages ging sie unmittelbar nach einer Fahrt einfach garnicht mehr an und seitdem kriege ich keinen Mucks mehr aus dem Motor.

Zustand jetzt:
- Sprit ist drin, Vergaser auch schonmal frisch befüllt.
- Killschalter steht richtig.
- Neutrallampe leuchtet.
- Zündfunke springt zum Motorblock über. Gefühlt ist er recht schwach, aber ich habe da wenig Erfahrung zum Vergleichen
- Kompression beim Kicken vorhanden
- Startpilot schon probiert, erst in Lufi, dann direkt in beide Vergaser. Keine Reaktion.

Ich habe Werkzeug zum schrauben und ein Multimeter da. Mein nächster Schritt wäre Vergaser reinigen, obwohl der angeblich vom Vorbesitzer erst gemacht wurde. Wollte aber mal hören, vllt bevor ich den jetzt auseinander rupfe, sagt hier mir evtl jemand das hört sich eher nach [Zündung, Ventile, ???] an?

besten Dank und viele Grüße

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Henner
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von Henner » Fr 22. Feb 2019, 17:16

Wenn sie mit Startpilot nicht kommt, hast erstmal kein Vergaserproblem.
Setze beim Zündfunken an, dazu auch mal das Ventilspiel kontrollieren.
Grüße, Henner

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christian78
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von christian78 » Fr 22. Feb 2019, 20:39

Ansaugstutzen ab wetten :mrgreen:
Ich wohn zwar nicht am Arsch der Welt, aber man kann ihn von hier aus hervorragend sehen!

revace
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von revace » Fr 22. Feb 2019, 22:33

@Henner, danke für den Hinweis! Dann gucke ich als erstes mal nach den Ventilen. Mit Zündung kenne ich mich so gar nicht aus bisher :? Da muss ich mich mal einlesen. Gibt es XT-typische Stellen, nach denen man bei der Zündung als erstes gucken sollte?

@Christian, Ansaugstutzen habe ich auch schon dran gedacht, die sehen von außen zumindest noch gut aus. Können die "ab" oder defekt sein ohne, dass man es von außen sieht? Also du meinst die Verbindung zwischen Vergaser und Motor, richtig? Müsste dann nicht mit Startpilot trotzdem irgendwas passieren?

Achja, neue Kerze habe ich natürlich auch schon probiert

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christian78
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von christian78 » Fr 22. Feb 2019, 23:48

Eben, ja - es löst sich der Gummi von den Metallflanschen ab.
Der Gummi sieht völlig intakt aus und die Bremsenreinigermethode bringt meistens auch kein brauchbars Ergebnis.
Wenn man nicht genau weiß, wo man suchen muss, sieht man es nicht.
Du kannst den vergaser bewegen und dabei die Flansche beobachten, haftet der Gummie am flansch, oder bewegt er sich?
Wenns so aussieht, ist drunter alles vergammelt:
viewtopic.php?f=348&p=165092#p165092
download/file.php?id=1865



Übrigend der hintere Ansaugtrakt, Lufikasten und Schläuche müssen auch dicht sein, genauso wie der Luftfilter.
Bei mir hat ne Maus mal ne Ecke vom Lufi aufgegessen, der Motor lief wie ein Sack Nüsse.
Ebenso der Schlauch der Kurbelgehäuseentlüftung, der ja auch in den Lufikasten mündet.

Nächstes Problem, der Kaltstart.
Der moderne Sprit ist für Vergasermotoren ungeeignet. Er verkocht, wenn die Schwimmerkammer nach dem Abstellen warm wird, sofort.
Beim drauffolgenden Kaltstart ist schlechter Sprit in der Schwimmerkammer.
Hier hilft Schwimmerkammer ablassen. Oder eben vor dem Abstellen leer fahren.
Ein E Starter zieht den Rotz einfach durch, aber mim kicker bekommst du probleme.

Es kann auch sein, dass der Motor aufgrund verkochtem Sprits und vieler erfolgloser Startversuche ersoffen war und der Startpilot hats zusätzlich verschlimmert.



Apropo Schwimmerkammer ablassen - das ist eine gute Gelegenheit die Durchlaufmenge zu prüfen:
Benzinhahn zu, Schwimmerkammer ablassen und leer laufen lassen.
Benzinhahn wieder auf und dann kucke, wie es läuft.
Lasse mal ein paar Lieter in nen Kanister und beobachte. Wenns schlechter wird, öffne den tankdeckel und beobachte weiter.
Messbecher, Stoppuhr - oder ein Video machen.

Zuguterletzt ist auch die Kompression für den Start, besonders bei kickermodellen sehr wichtig.
Wenn du den Motor ohne Dekompression durchtreten kannst, war das alles schon mal besser.
Wie viele Flugmeilen haste drauf?
Bei nem frisch gemachten Motor kannste dich bei ausgehängtem Deko mit deinem ganzen Gewicht auf den Kicker stellen, da passiert recht wenig.
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revace
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von revace » Sa 23. Feb 2019, 01:50

Danke für die vielen Hinweise :D Da habe ich ja erstmal was zu tun.

- Kompression ist gefühlt da, ich kann mich bei ausgehängten Dekozug mit 85kg drauf stellen und muss dann noch ordentlich treten, damit er runter geht. Motor hat lt. Tacho 45t km drauf, allerdings sieht der Motor an den Dichtflächen aus, als ob da schonmal einer dran war. Gekauft bei 42t oder so

- Dass die Kerze noch nass ist glaube ich nicht, das arme Ding steht schon seit dem Herbst und ich habe es sei dem oft versucht, aber sie nicht mehr anbekommen. Außerdem wurde die Kerze schon 2x gewechselt.

- Alten Sprit aus dem Vergaser abgelassen habe ich schonmal, werde aber auch nochmal den Durchfluss messen sicherheitshalber.

Dann werde ich nächste Woche erstmal Stutzen und dann Ventile angucken und hoffe, dass es daran liegt. Andernfalls Zündung...

Vielen Dank schonmal!

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christian78
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von christian78 » Sa 23. Feb 2019, 02:41

Der Durchfluss ist für dein momentanes Problem eher nicht Ausschlaggebend - aber interessant ist es dennoch, weil bei der Vergaserüberholung gerne das kleine Sieb vergessen wird, das am Nadelventil sitzt.
Eher ist der Schwimmerstand ausschaggebend.
Hierzu nen durchsichtigen Schlauch an die Schwimmerkammer und über Vergaserniveau legen und die Ablassschraube öffnen und den Schwimmerstand ablesen.
Mehrere Messungen machen, durch die kleine Bohrung am Ablass wird das Ergebniss gerne verfälscht.

Wenn du mehrere Startversuche mit Chocke hast, ist die Kerze schnell nass. Wenn die Kerze nass ist, sucht sich die Zündspannung den bequemeren Weg über den nassen Isolator auf Masse => es springt so kein Funke über.
Und je mehr du dann rummachst, desto mehr versäuft sie.

Kontrolliere mal die Kabelschuhe an der Zündspule auf Korrosion und festen Sitz und den Kerzenstecker, Isolierung auf Beschädigungen.

Die Zündung ist sehr überschaubar, die CDI hat ne eigene Spule auf dem Limastern und ist somit eigentlich komplett unabhängig vom Rest.
Wenn der Motor aber läuft, wenn er an ist...
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von Hiha » Sa 23. Feb 2019, 07:24

Mein erster Tipp: CDI-Ladespule in der Lichtmaschine. Auch wenns noch funkt kann sie hin sein.
Gruß
Hans

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christian78
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von christian78 » Sa 23. Feb 2019, 16:06

Die Spulen haben anfangs oft die Eigenschaft, dass das warme Mopped ausgeht und nach ner halben Stunde wieder anspringt und dann wieder ausgeht.
Hier kann man die Widerstandswerte messen - wobei ich das mit Vorsicht geniessen würde. Kalt stimmen die Werte und warm passieren komische Sachen und man findet es nicht.

Ich hatte bei ner 3tb letztens den Fehler, dass sie nach 10km ausgegangen ist.
Hier warens die Ansaugstutzen und ein hängender Sekundärluftschieber.
Die Kiste fährt noch :mrgreen: das scheint es gewesen zu sein.
Die ist aber trotzdem schön angesprungen.
=> So typische Fehler äussern sich nicht immer so, wie man es erwartet.
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Re: XT600 43F startet nicht - Fehlersuche

Beitrag von revace » Sa 2. Mär 2019, 23:54

Hallo Leute,

Ich habe mal die Ansaugstutzen abmontiert und ein paar Fotos gemacht. Von außen lässt sich eine kleine Stelle erkennen, die evtl Luft durchlassen könnte. Innen sind wenn man das Gummi aufdrückt kleine Risse zu erkennen., allerdings nur im Bereich wo der Flansch den Vergaser umschließt. weiter Richtung Motor kann ich kein Problem erkennen. Bin aber auf eure Einschätzung gespannt. Ggf. gibt es eine Kaufempfehlung für neue? Taugen die Sets von Tourmax oder Kedo (http://www.kedo.de/produkte/27301.html) ? Oder besser original bei Yamaha kaufen?

Vielen Dank und schönen Sonntag
Anbei die Fotos
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