Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Getriebe, Lager, Ventiltrieb, Kolben, mechanische Geräusche, Kupplung
Hiha
Beiträge: 2667
meble kuchenne Ruda Śląska Rybnik Tychy
Registriert: Di 1. Jul 2003, 09:15

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hiha »

Vielleich macht man ihn nicht fest, es ist aber die falsche Lösung, ihn locker zu lassen. Wie man an sehr vielen an dieser Stelle verschlissenen Kurbelwellen erkennen kann. Neue Welle und neues Lager sitzt jedenfalls so stramm, dass man es nur sehr wam drauf, und nur mit dem Trennmesser runter kriegt. Ich bin deshalb der Ansicht, dass es fest auf der Welle sitzen sollte, ggf. mit Loctite. Das Alugehäuse ist so elastisch, das gleicht eventuelle Dehnungsunterschiede locker aus.
Gruß
Hans

Benutzeravatar
Hedos
Beiträge: 150
Registriert: Fr 8. Jul 2005, 16:48
Wohnort: Im Norden
Kontaktdaten:

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hedos »

Moin

Da darf die Frage erlaubt sein warum es tatsächlich sehr viele, an der Stelle verschlissene Wellenstümpfe gibt.
Die rechte Lagerseite ist die Festseite (Aussenring eingepresst/gezogen (C3), innen mit Primärmutter angezogen).
Die linke Seite ist die Losseite, wobei der Aussenring ins Gehäuse gepresst/gezogen wird (der einzige
Grund für C3 Lager) und der Innenring bei sämtlichen jungfräulichen Motoren einen Abstand zum
Steuerkettenritzel hat von ca 0,7mm.
Das Gehäuse geht bei Erwärmung auseinander, egal wie elastisch es ist. Die KW Lager sollten auf keinen Fall
zu hohe Axialbelastung bekommen und somit verschiebt sich der Innenring auf der Welle (was gewollt war) und
erzeugt dann erst den Verschleiss auf dem Stumpf.
Richtig locker lassen sollte man ihn natürlich nicht, aber es wäre sinnvoller den Stumpf neu spritzen und schleifen
zu lassen anstatt das Lager mit Loctite fest zu kleben.
Im Grunde bei dem Treckermotor aber auch alles völlig Latte, laufen wird der immer... :D


Gruß
H

Hiha
Beiträge: 2667
Registriert: Di 1. Jul 2003, 09:15

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hiha »

Ich wärm den Pfred nochmal auf, weil ich grad mal wieder vor der Frage stehe "kleben oder nicht", und mir das Ganze nochmal durch den Kopf hab gehen lassen.
Mir gefällt nicht, dass der linke Lagerinnenring rutschen muss, egal ob das wegen der Wärmedehnung gemacht wurde, oder einfach nur um sich das exakte Ausdistanzieren zu sparen. Die Welle meiner Neuanschaffung, einer Belgarda mit über 80.000km, weist dieses Problem grad auf, deshalb hab ich mir überlegt, das linke Lager auf die Welle zu kleben, und das Rechte als Rollenlager auszulegen. Das wurde ja schon gemacht, mir fehlen allerdings Meinungen und eventuelle Erfolgsberichte dazu. Schöner und sinnvoller wäre es sicher, das Rechte als Festlager zu nehmen, da wirds dann aber links mit der Demontage etwas schwieriger.
Meinungen erwünscht.
Gruß
Hans

Benutzeravatar
Hedos
Beiträge: 150
Registriert: Fr 8. Jul 2005, 16:48
Wohnort: Im Norden
Kontaktdaten:

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hedos »

Moin

Über ein Zylinderrollenlager rechts hab ich mir auch schon den Kopf zerbrochen.
Die Ausgleichswelle hatte ja bei der 550er auch mal eines auf der rechten Seite welches aber weggespart wurde.
Ist denn der linke äussere Lagersitz deines Belgardamotors noch gut oder rutscht das Lager da auch schon drin hin und her?
Was meinst du mit "links wird die Demontage schwieriger wenn rechts ein Festlager ist"?
Ich hab auch gesucht ob jemand das schon erfolgreich praktiziert hat mit nem Rollenlager bevor ich das ausprobiere.
Hab aber nie was sinniges gefunden ausser graue Theorie.
Auf jeden Fall interessiert mich das brennend und ich würde mich freuen hier davon noch lesen zu können.
Schlussendlich, nein, ich hab leider kein Erfolgsbericht.

Gruß
H

Hiha
Beiträge: 2667
Registriert: Di 1. Jul 2003, 09:15

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hiha »

Moing!
>
>Was meinst du mit "links wird die Demontage schwieriger wenn rechts ein Festlager ist"?
>
Es gibt ja grob drei Sorten von Zylinderrollenlagern: N, da sitzen die Rollen fest auf dem Innenring der zwei Borde hat, und damit mitsamt der Rollen fest auf der Kurbelwelle. Der nackte Aussenring sitzt im Motorgehäuse. Diese Version wäre die Günstigste für die 600er, wenn man es Lichtmaschinenseitig einbaut. Leider ist das auch das Teuerste.
Gängig sind die NU und die NJ-Version. Bei Letzterer hat der Innenring ein Bord, die Rollen sitzen im Aussenring, der zwei Borde hat. Ich würde fürs rechte Lager das NU nehmen, wo der Innenring bordlos ist, und die Rollen ebenfalls im Aussenring sitzen. Da kann ich den Innenring auf der bereits etwas verschlissenen Welle festkleben, aber bei einer Motorzerlegung trotzdem ohne Wärme und Gewalt die rechte Motorgehäusehälfte abnehmen, und die Kubelwelle bleibt in linken, die ja das Kugellager hat. Das ist auch geklebt, es muss ja jetzt nicht mehr rutschen können, da das Rollenlager relativ viel seitliche Abweichung erlaubt. Die axiale Führung übernimmt allein das linke Kugellager.
>
>Ist denn der linke äussere Lagersitz deines Belgardamotors noch gut oder rutscht das Lager da auch schon drin hin und her?
>
Rutscht auch, sieht aber so aus als hätte er keinen Verschleiß. Also, als obs so gehören würde.
>
>Ich hab auch gesucht ob jemand das schon erfolgreich praktiziert hat mit nem Rollenlager bevor ich das ausprobiere.
>Hab aber nie was sinniges gefunden ausser graue Theorie.
>
Ich werds probieren, mit Rollenlager rechts, entweder NJ oder NU. Bericht wird folgen.
Gruß
Hans

Benutzeravatar
Hedos
Beiträge: 150
Registriert: Fr 8. Jul 2005, 16:48
Wohnort: Im Norden
Kontaktdaten:

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hedos »

Moin

Okay dann hab ich dich verstanden.
Hättest du bei Typ NU nicht die Befürchtung das der Aussenring mitsamt
Rollen Richtung KW wandern könnte um sich von selbiger zerspanen zu lassen?
Ein zusätzlich zur Primärmutter noch geklebter NU oder NJ Innenring macht bestimmt Spass bei
einer eventuellen Demontage, obwohl das eigentlich irrelevant ist, weil das Ganze wohl ewig
halten würde wenn es funktioniert. Wenn man mal reparieren müsste, dann kann man die KW
aber auch in die Drehe spannen um ihn runter zu holen.

Die N Lager hab ich gefunden für ca 60€ und dann auch nur mit GFK/Polyamid-Käfig (max 100 Grad)...
Wie es aussieht haben die Rollenlager mit Stahlkäfig eine Rolle weniger, kann mich aber auch täuschen.
NJ kosten nicht mal die Hälfte.

Jetzt hab ich Bock das auszuprobieren und werde beim nächsten Motor die "linke Version" machen.
Also Limaseitig Typ NJ mit Bord nach innen.
Innen und aussen kleben und Steuerkettenrad komplett gegenpressen.

Rechte Seite Kugellager aussen kleben und ausserdem NICHT C3 weil der Sitz
des betreffenden Motors rechts sowieso offen genug ist.
Bin mir auch gedanklich nicht ganz im klaren darüber was eine "rechte Losseite" für
den Primärtrieb bedeutet. Wahrscheinlich nix...
Hauptsache die verdammte Bewegung aller vier Lagerringe hört endlich auf.

Es wird spannend

Gruß
H

Hiha
Beiträge: 2667
Registriert: Di 1. Jul 2003, 09:15

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hiha »

Bei mir sitzen die Lageraussendurchmesser sehr stramm im Motorgehäuse, deshalb werd ich das Rollenlager aussen nicht ins Gehäuse bappen.
Ansonsten könnte man mal schaun, ob man nicht drei Bohrungen zum Ausdrücken des Lagers im Lagersitz anbringen könnte...
Zum bündig Aufpressen des Steuerkettenritzels: Ich hab die Flucht noch nie kontrolliert. Sollten wir vielleicht mal machen...

Gruß und gutes Gelingen,
Hans

Hiha
Beiträge: 2667
Registriert: Di 1. Jul 2003, 09:15

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hiha »

Hab gestern mit einem erfahrenen Motorenbauer und Superwerkzeugmacher geredet, der immer unsere Kurbelwellen dynamisch wuchtet, mit Brough-Superiors rummacht, und mit Sternmotoren. Der hat gleich gesagt, dass er bei dem geradeverzahnten Primärtrieb zwei NJ-Lager reinmachen würde.
Trau ich mich noch nicht, gibt mir aber Zuversicht für das eine Rollenlager :-)
Gruß
Hans

Benutzeravatar
Hedos
Beiträge: 150
Registriert: Fr 8. Jul 2005, 16:48
Wohnort: Im Norden
Kontaktdaten:

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hedos »

Hiha hat geschrieben:
Do 10. Jun 2021, 08:14

Zum bündig Aufpressen des Steuerkettenritzels: Ich hab die Flucht noch nie kontrolliert. Sollten wir vielleicht mal machen...

Gruß und gutes Gelingen,
Hans
Moin

Das habe ich gestern mal getan.

Ausgangslage:
Zu restaurierender 34L Motor, Kurbelwelle gut, Gleitlager Nockenwelle top, alle Wälzlager neu.
Nockenwelle hat ein Axialspiel von 25/100
KW Axialspiel nahe null (frisch eingebaut mit der Hand nicht zu verschieben, wollte die Brechstange nicht ansetzen.)
Steuerkettenritzel unten mit den berühmt berüchtigten 7/10 Luft zum Lager.

Ich hab mir einen geschliffenen 6mm Stab genommen und mit nem Haarlineal auf gradheit überprüft.
Die Nockenwelle sitzt mit Ritzel derweil mit Öl benetzt saugend in der unteren Hälfte der Gleitlager.
Den Stab dann durch den Schacht geschoben und oben am Ritzel Nockenwelle aussen bündig befestigt.
Festgestellt dass der Stab unten am Ritzel aussen schon anstösst, also nach Innen das ganze. Dann ausspioniert.
Ergebnis:
Ist die Nocke am rechten Anschlag dann sitzt das untere Ritzel 4/10 aussermittig nach aussen (links)
Ist sie am linken Anschlag ist es nur noch 1/10 (rechnerisch eigentlich 15/100)
Das ganze fluchtet besser als ich jemals erwartet hätte bei diesem Treckermotor...

Wenn man jetzt also das untere Ritzel ganz aufpresst hat man im schlimmsten Fall 6/10 aussermittig nach rechts.
Da es hunderte von (meiner Meinung nach) falsch gepressten Steuerkettenritzel gibt die laufen und die Kette
nicht zum reissen bringen, könnte man das wohl wagen und das Ritzel als zusätzlichen Halt der inneren
Lagerschale missbrauchen.

Gruß
H

Hiha
Beiträge: 2667
Registriert: Di 1. Jul 2003, 09:15

Re: Kurbelwellenlager / Abstand des Lagers zur KW

Beitrag von Hiha »

Oh, danke. Man könnt Distanzscheiben dazwischenpressen...
Gruß
Hans

Antworten